Weltreise_Laos_LuangPrabang128

Luang Prabang

Hallo ihr Lieben,

Angekommen, geierte schon die Tuk Tuk Mafia auf das leicht verdiente Geld. Ich drücke mich in diesem Fall so aus, da das Slow Boat früher bis zum Central Pier gefahren ist und nun extra 10km vorher hält, um dem “reichen Farang” (Farang=Ausländer mit weißer Hautfarbe) noch eine Tuk Tuk Fahrt aufzuzwingen. Handeln konnten wir auch nicht, denn sie nutzen die Situation aus, dass weit und breit nichts ist und keiner 10 km mit vollem Gepäck laufen kann. Also bezahlten wir den Fixpreis von 20.000 kip pro Person (2,30€) und wurden in ein Tuk Tuk gequetscht. Unser Gepäck wurde aufs Dach geschmissen und wir fuhren erst los, als wirklich keiner mehr ins Tuk Tuk passte und wir uns nicht mehr bewegen konnten.

 

Das Erlebnis habe ich aber schnell vergessen, als wir in die Stadt reinfuhren. Sie ist richtig schnuckelig mit den romantischen Häusern im Baustil der Franzosen.

Ungeplant sollten wir auch gleich ein paar Häuser besichtigen, denn jedes Hotel, Guesthouse oder Hostel war “Full”. Der Grund war das Chinesische Neujahr. Über zwei Stunden klopften wir schon an den Türen an, bis wir endlich ein Zimmer zum Übernachten in einem Guest direkt am Mekong fanden.

Nach einer Dusche gingen wir zum täglich stattfindenden Nachtmarkt. Ganz vorne beim Tuk Tuk Stand, an der großen Kreuzung, fanden wir einen sehr guten und günstigen FoodCourt. Hier aßen wir auch jeden Morgen unglaublich leckere Baguettes für gerade mal 10-15000 kip (1,15-1,75€). Die sind hier viel besser als in den Cafes oder Restaurants. Richtig reichlich belegt mit frischem Salat, Tomaten, Gurken und dann je nach dem Schinken, Thunfisch, Hähnchen oder mein Favorit: Avocado.

Wie schon fast traditionell, sind wir den ersten Tag zu Fuß los, um die Stadt zu erkunden. Den ersten Tempel Wat Xieng Thong kann ich sehr empfehlen. Er kostet 20 000 kip und lohnt sich wirklich. Mir haben die Wandgemälde außen an den Tempeln sehr gefallen, denn sie waren anders als die, die ich bereits gesehen habe.

An der Spitze der Stadt, wo die beiden Flüsse Mekong und Nam Kham aufeinander treffen, chillten wir ein bisschen im Park und entdeckten dabei eine Bambusbrücke. Wir kletterten das Flussufer hinunter zur Brücke. Doch leider mussten wir feststellen, dass das überqueren der Brücke für Touristen 10 000 kip kostet. Somit kletterten wir wieder das Flussufer zurück und sparten uns das Geld (ein bisschen auch aus Prinzip). Man sollte sich vor einer Asienreise damit abfinden, dass man für fast jeden Tempel, Brücke, Höhle oder Wasserfall Eintritt zahlt, sonst macht es keinen Spaß.

An einem Abend schauten wir uns einen sehr alten, laotischen Film über das damalige Dschungelleben an. Dieser wird immer gegen 19 Uhr im Garten des Victoria Palace Hotels gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Zusammen mit Thomas erkundeten wir die etwas entlegeneren Sehenswürdigkeiten mit dem Fahrrad. Der That Makmo wird wegen seiner Form auch Wassermelonen-Stupa genannt. Auch die umliegenden Tempel haben uns gut gefallen.

Das UXO Visitor Center ist ein Pflichtbesuch.Denn das Land Laos hat eine tragische Geschichte die bekannter werden sollte, um dem Land zu helfen. Wobei Geschichte eventuell das falsche Wort ist…

Wenige wissen über den “geheimen Krieg” (bei YouTube geheimer Krieg Laos oder secret war eingeben) den die Amerikaner in Laos geführt haben. Das kleine Laos ist das meist bombardierte Land der Welt. Im 8-Minutentakt wurde das Land 9 Jahre bombardiert. Das Leben muss schrecklich gewesen sein. Es wurde auf alles geschossen was sich bewegte. Warum die Menschen den Krieg nicht als vorbei sehen…80 Millionen Blindgänger sind heute noch im Land verteilt und täglich gehen noch Bomben hoch. Erst unter Obama hat Amerika die Bombardierungen zugegeben. Dieses Schicksal hat uns sehr beschäftigt und deshalb machen wir hierzu noch einen separaten Beitrag.

Bei einer alten Brücke beobachteten wir die Roller und die Fahrradfahrer, wie sie über die Holzbretter donnerten. Dann sind wir seitlich den Fußgängerweg gegangen. Die Holzbretter machen nicht den stabilsten Eindruck, dementsprechend langsam und zittrig bin ich über diese Brücke. Mist…wir müssen ja auch wieder zurück zu unseren Fahrrädern! Also hangelte ich mich am Geländer geklammert wieder zurück. Komisch, bei manchen Brücken oder Treppen habe ich Probleme, bei manchen nicht. Hier war ich froh als ich wieder runter war.

Am späten Nachmittag kletterten wir den Phou Si Berg hoch (Eintritt: 10 000 kip). Dort oben ist auch ein kleiner schöner Tempel und man hat eine tolle Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Flüsse. Allerdings würde ich davon abraten zum Sonnenuntergang dort zu sein, da es völlig überfüllt ist und der Sonnenuntergang wesentlich schöner am sandigen Flussufer zu beobachten ist. Auf dem Weg runter habe ich unsere Tickets verschenkt. So konnten sich wenigsten zwei andere Backpacker den Eintritt sparen.

Lieber den Sonnenuntergang am Flußufer schauen…

Dann fuhren wir zurück zum Fahrradverleih. Tipp: Viele Fahrradverleihe wollen euren Reisepass als Pfand. Lasst euch nicht darauf ein, denn der Reisepass ist Eure Identität. Man findet immer einen Fahrradverleih der auch Geld als Pfand akzeptiert. Wir hinterlegten für drei Fahrräder 100$.

Für den nächsten Tag suchten wir uns einen Fahrer, der uns zum Kuang Si Wasserfall und zum Höhlentempel fährt. Nach ein bisschen handeln und Preisvergleich fanden wir unseren Mann. Zu dritt zahlten wir 400 000 kip (ca. 15€ pro Person). Die meisten Touren fahren erst den Höhlentempel an und dann den Wasserfall. Somit überredeten wir unseren Fahrer es andersherum zu machen. Es zahlte sich aus. Wir waren morgens um halb neun am Wasserfall fast alleine und konnten das Naturwunder in Ruhe erkunden. Bilder und Worte können diesen Wasserfall wahrlich nicht gerecht werden, man muss selbst dort gewesen sein. Die zwei Männer schwärmten begeistert aus, um Fotos zu machen. So nutzte ich die Zeit um diesen bewegenden Ort zu genießen. Stille. Nur das rauschen des Wassers. So schön anzusehen, das mir sogar die Tränen kamen. Ich bin glücklich und ausgeglichen. Und ich wünschte viel mehr Menschen würden so eine Reise erleben können, gerade die Menschen die ich liebe und schätze. Tiefe Dankbarkeit überkommt mich und bestätigt mir, auf dem richtigen Weg zu sein.

Wir kletterten bis ganz nach oben und konnten am Rand das Wasser hinunter stürzen sehen. Das Wasser war eiskalt und ganz klar, da mussten wir rein zum Schwimmen…herrlich! Wenn man eine Zeit lang die Füße still hielt, merkte man wie kleine Fische an der Hornhaut knabberten. Super ein gratis Fishspa! Thomas kletterte auf einen Baum und sprang von ca. drei Metern Höhe ins Wasser. Natürlich war Christian direkt begeistert und sprang gleich hinterher. Danach sprangen alle Anderen auch. Einer musste nun Mal den Anfang machen :-).

Am Ende des Nationalparks kann man Bären beobachten, die hier leben weil sie aus Gefangenschaft befreit wurden. Bären sind so schön tollpatschig. Ich hätte den ganzen Tag in dem Park verbringen können. Bevor wir abfuhren kamen nach und nach die ganzen Touristen. Also alles richtig gemacht!

Nun fuhren wir weiter zum Pak Ou Cave. Um das Cave zu erreichen muss man mit einem kleinen Boot übersetzen. Die riesigen Kalksteinfelsen ragen steil empor, deshalb ist das Cave nur über steile Treppen erreichbar. Im Cave sind viele verschieden große Buddhas aufgestellt und ein Altar. Wir genossen die Atmosphäre und beobachteten die Menschen beim beten. Einige schüttelten eine Dose mit Holzstäbchen die mit Zahlen beschriftet waren, solange bis ein Stäbchen herausfiel. Dann suchten sie in einer Kiste die gleiche Zahl wie auf dem Stäbchen stand. Dort stand dann eine Zukunftsvorhersage. Ich versuchte es auch und es hat direkt geklappt. Als ich das richtige Zettelchen gefunden hatte, konnte ich leider nichts lesen, da es laotische Schriftzeichen waren. Ein Laote der etwas Englisch konnte, übersetzte mir den Zettel und sagte mir meine Zukunft voraus. Super interessant und bewegend. Mir hat es sehr viel bedeutet und hat mich mit einigen Dingen, die mich sehr beschäftigt haben, Frieden schließen lassen. Es war ein schöner Abschluss für diesen ganz besonders schönen Tag.

Für den nächsten Tag stand die Weiterreise nach Phonsavan an. Hier konnten wir unseren Einblick in die Geschichte des Landes vertiefen.

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Hallo, ich bin Marina und bin fasziniert von anderen Kulturen. Ich reise für mein Leben gern durch andere Länder. Aus dem Grund habe ich beschlossen mit meinem Freund 1 Jahr lang um die Welt zu backpacken und Euch davon zu berichten.

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