Weltreise_Kambodscha_Kampot062

Da wo der Pfeffer wächst…Kampot (Part 2)

Hallo ihr Lieben,

Am nächsten morgen machten wir uns zu einem Ausflug (10$) auf. Zuerst fuhren wir hoch auf den Bokor Berg, der in einem Nationalpark liegt. Die Bokor Hill Station besteht aus einem alten verlassenem Casino, einer Kirche, und verlassenen Villen.

Da es auf dem Berg kühler ist, nutzten die verschiedensten europäischen und amerikanischen Besatzungen die strategisch gute Lage als Station. Als die Besatzungen abzogen, belagerten die Roten Khmer den Berg und trieben ihr Unwesen. Der Guide berichtete von einer grausamen Zeit von Verfolgung und Völkermord gegen das eigene Volk.

Am eindrucksvollsten fand ich das alte, verlassene Casino. Richtig spuky durch den ewigen Nebel der über dem Berg hängt und durch jeden verwinkelten Gang des Casinos zieht.

Wenn man die ausladenden Eingangstreppen hoch geht, kommt man erst auf eine Art Garderobe zu. Dann betrat man den Hauptsaal mit ewig hohen Decken und einem riesigen Kamin. Hier wurde früher gezockt, geraucht und getrunken im hohen Stil. Ich versuche mir die mittlerweile geplünderten Räume in ihrem ehemaligen Glanz vorzustellen. Ähnlich wie in dem Film Titanic. In der einen Szene sieht man wie der Unterwasserroboter durch das Schiffsfrack taucht und dann kommt die Überblendung zu den glamourösen Erinnerungen die die alte Rose an das luxuriöse Schiff hatte.

  

 

Den Nachmittag der Tour hatten wir quasi Freizeit und verbrachten sie im Captain Chims bei leckerem Essen und Bierchen.  In der Tagestour war noch eine Schiffsfahrt zu den Glühwürmchen inkludiert. Treffpunkt der Tour war am Anleger. Deshalb schlenderten wir schonmal Richtung Flussufer und liefen die Promenade entlang bis wir zu einer Menschenansammlung an der alten Bücke kamen. Plötzlich entdeckte ich den Grund der Aufregung. Ein junges, ärmlich aussehendes Mädchen stand gefährlich weit oben auf dem Brückenbogen. Erst dachte ich sie wäre aus Spaß hochgeklettert und kommt nun alleine nicht mehr runter. Doch dann erkannten wir an Gestik und Verhalten des Mädchens, dass sie dort oben stand, um sich das Leben zu nehmen. Es war sehr schnell Polizeiboot im Wasser und nach 5 Minuten kamen Männer mit einer riesigen Matratze, aus einer Sporthalle, an. Doch egal wo die Matratze lag sie kletterte immer wieder an eine andere Stelle wo die Matratze nicht war. Es war schrecklich und hat mich richtig arg mitgenommen. In einem unaufmerksamen Moment des Mädchens kletterte ein mutiger, junger Mann schnell den Brückenbogen hoch und versuchte das Mädchen an der richtigen Stelle wo die Matratze war runter zu schupsen. Doch sie merkte es und rannte schnell auf die Querstrebe der Brücke und wollte springen. Ich musste mir die Augen zuhalten, da ich dachte sie wäre gesprungen kamen mir die Tränen. Als ich wieder klar sehen konnte, sah ich zwei Männer die das Mädchen mit aller Kraft festhielten und fesselten. Langsam seilten sie das Mädchen ab.

Ich war noch eine ganze Weile wie neben mir. Bis Christian daran erinnerte, dass unser Schiff für den zweiten Teil der Tagestour losfährt. Wir setzten uns aufs Dach des Schiffes. Um runterzukommen hörte ich ein bisschen Musik was richtig gut tat. Ich hörte, das erste Mal die Playlist, die mir mein Bruder gemacht hatte. Gott, wie ich ihn vermisse! Als das Schiff ablegte genoss ich aber nur noch die Landschaft mit der Musik und entspannte total. Nach einer halben Stunde Fahrt, stieg eine Gruppe junger Einheimischer zu, die mit allem ausgestattet waren. Sie kamen auch hoch aufs Dach und machten es sich in der Mitte bequem. Es wurde gegessen, gesungen und viel gelacht. Auf der Rückfahrt kamen wir mit ihnen ins Gespräch, so dauerte es nicht lange und wir hatten auch jeweils ein Bier in der Hand und lachten mit ihnen. Glühwürmchen, was der Grund der Schiffsfahrt war, haben wir nicht gesehen, aber egal.

Die Weiterreise am nächsten Tag führte uns ins verschlafene Kep. Hier wagten wir uns wieder auf den Roller…

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,
Previous Post Next Post
By
Hallo, ich bin Marina und bin fasziniert von anderen Kulturen. Ich reise für mein Leben gern durch andere Länder. Aus dem Grund habe ich beschlossen mit meinem Freund 1 Jahr lang um die Welt zu backpacken und Euch davon zu berichten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

neunzehn − sieben =