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Pyay – der Geheimtipp

Hallo liebe Freunde,

Die Busfahrt nach Pyay (ausgesprochen Pi) dauerte 7 Std. mit einer Pause auf einer Art Raststätte. Die Menschen hier schauten uns an wie Aliens.Nach einer Weile schienen sie sich an den Anblick gewöhnt zu haben und das Gekicher ging wieder los.

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In Pyay angekommen empfahl uns der Tuk Tuk Fahrer ein Guesthouse welches recht günstig war. Das Guesthouse wurde Dong-Dongvon einer sehr netten einheimischen Familie geführt, die uns herzlich begrüßte und stolz ihr Zimmer für uns zeigte. Es war mehr als einfach. Das Bett war Steinhart mit löchrigem Fliegennetz an dem der ein oder andere zermatschte Moskito klebte. Die Toilette war zum davonlaufen. Hey aber 12€ war unschlagbar, aber echt gewöhnungsbedürftig. Um mich etwas heimisch oder zivilisierter zu fühlen überrede ich Christian immer noch einen Film zum Einschlafen zu sehen. Man legt so nach und nach seinen Ekel ab. Auch ist es in Myanmar üblich wo man geht und steht sich den übelsten “Grünen” lautstark hochzuholen und auf den Boden zu spucken. Zusätzlich kauen alle – ob jung oder alt, Männlein oder Weiblein – die Betelnuss. Sie hat eine aufputschende Wirkung, aber greift unheimlich die Zähne an. Doch es gehört zur Alltagskultur seit Jahrhunderten.

Morgens beim Frühstück lernten wir dann die ganze Familie kennen. Auch Dong Dong der kleine weiße Schoßhund. Es ist ein Rätsel wie er bei dem staubigen Straßen weiß bleibt. Das Frühstück war sehr lecker und wenn wir was burmesisches probieren wollten, hat die Familie von ihrem Frühstück etwas abgegeben. So fühlte man sich gleich heimisch. Abends aßen wir in einem typisch burmesischem Restaurant. Man saß auf niedrigen Hockern an einem kleinen Tisch. Mein Essen war so scharf, das ich die brennende Schärfe in meinem Mund mit dem Beilagensalat löschen wollte. Ahhh, noch schärfer! Der Salat war mit Chillisoße angemacht. So habe ich mir noch eine Portion blanken Reis bestellt. Die Samosas schmecken hier super lecker. Im Gegensatz zu Sri Lanka sind sie hier weniger scharf und nur mit Gemüse und Kartoffeln gefüllt und in Kenia machen sie leider oft zu viel Koriander mit rein (eines der wenigen Gewürze die ich nicht mag).

Bei einem abendlichen Spaziergang am Fluss kann man die Sonne hinter den Pagoden auf der anderen Flussseite untergehen sehen und das Zanken der Vögel in den Bäumen beobachten. Am nächsten weltreise_myanmar_pyay005Morgen starteten wir zu einem kleinen selbst organisierten Ausflug zu den Ruinen der früheren Stadt Pyay und zum Sonnenuntergang sind wir zur Shwe Nwe Pagode. Mir persönlich hat diese Pagode am besten von allen gefallen. In Pyay sind die Menschen besonders freundlich und interessiert dich kennenzulernen.

 

Als wir nochmals am Fluss entlang spazierten hielten zwei Mädchen mit dem Roller neben uns. Sie fragten was wir so machen, woher wir kommen, sie erzählten was sie so machen,… die Beiden erklärten uns, dass sie von ihrem Englischlehrer beauftragt wurden, Touristen anzusprechen um ihr Englisch zu verbessern. Am Abend wurden wir dann von einem anderen Mädchen angesprochen, welches uns sogar in ihre Klasse eingeladen hat. Das wäre echt ein witziges Erlebnis gewesen, allerdings mussten wir am nächsten Tag abreisen.

Am Frühstück lernten wir ein nettes Pärchen kennen. Sie machen ihren Traum wahr und wollen ihr eigenes Hotel in Indonesien eröffnen. Man trifft ja viele Menschen auf seiner Reise, aber die Beiden waren wie Gleichgesinnte, die etwas wagen, egal was andere sagen und nicht bloß träumen sondern ihren Plan umsetzten. Sich mal in etwas ganz anderem auszuprobieren, mit dem Wissen das nichts für ewig sein muss. Sobald die Eröffnung stattgefunden hat, mache ich auch nochmal fleißig Werbung auf unserer Seite, dann könnt ihr die Beiden besuchen und mal einen ganz anderen Urlaub als sonst erleben ;).

Nach dem langen Frühstück haben wir uns auf die Fahrräder geschwungen um zum Buddha mit Brille zu fahren. Die Entfernung haben wir deutlich unterschätzt. So strampelten wir mit klapprigen Fahrrädern durch die Hitze. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke ging uns das Wasser aus. Da entdeckte ich so etwas ähnliches wie eine Teestube oder Kiosk. Ich fragte nach Wasser und da der gute Mann kein Wort verstand, holte er seine komplette Familie herbei. Alle strahlten uns an und freuten sich uns weiterzuhelfen. Sie schenkten uns zwei große Flaschen eiskaltes Wasser. Dazu durften wir auch noch Süßigkeiten kosten.

Nach dem kleinen Energieschub machten wir uns wieder unseres Weges. Hier ist selten ein Europäer unterwegs, was die Reaktionen der Menschen auf uns erklärt. Überall winken uns die Kinder zu oder kichern wenn sie uns sehen. Jedes Auto oder Roller hupt uns zur Begrüßung an. Als wir endlich am Buddha mit der Brille ankamen stellten wir fest, oft ist eben der Weg das Ziel :-).

Im untouristischen Pyay ist es auch sehr spannend etwas zu essen zu bestellen. Denn viele Restaurants haben nur burmesische Karten oder es ist sehr schlecht auf Englisch übersetzt. Was letztendlich auf dem Tisch landet ist immer wieder lustig.

 

Nun stand uns eine 12 Stunden Horrorfahrt bevor. Serpentinen und schlechte Straßen ließen uns bei der Nachtfahrt kein Auge zu machen. Als wir um eine Kurve kamen sah ich drei Hunde auf der Straße schlafen. Leider hat einer davon, der kleinste, zu fest geschlafen und der Bus konnte weder bremsen noch ausweichen, da es am Abhang war. Fassungslos war ich eine ganze Weile wie gelähmt. Der arme Hund. Bei einer Pause im Nirgendwo beschloss der Busfahrer das er mal eine Stunde schläft. Hier lernten wir Dominik aus der Schweiz kennen. Er und wir waren die einzigen Europäer in dem Bus. Die Horrorfahrt ging weiter doch was uns in Ngapali erwartete, sollte uns mehr als entschädigen…

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Hallo, ich bin Marina und bin fasziniert von anderen Kulturen. Ich reise für mein Leben gern durch andere Länder. Aus dem Grund habe ich beschlossen mit meinem Freund 1 Jahr lang um die Welt zu backpacken und Euch davon zu berichten.

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